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Exkursionsbericht zum Schlackenberg Sulzbach-Rosenberg

Im Rahmen des Unterrichtsfaches Chemie und Werkstoffkunde unternahm, die Klasse MV1 der Technikerschule für Maschinenbau und auch ein Teil der Lehrkräfte, am 01. Juli 2025 eine Exkursion zum Schlackenberg in Sulzbach-Rosenberg.

begrünter Schlackenberg Sulzbach-Rosenberg

Der Schlackenberg ist ein künstlich entstandener Hügel aus Schlacke – einem industriellen Überbleibsel der Stahlherstellung in der ehemaligen Maxhütte. Heute ist der Berg ein anschauliches Beispiel dafür, wie stillgelegte Industriestandorte sinnvoll umgestaltet und ökologisch nutzbar gemacht werden können. Ziel der Exkursion war es, die Entstehung, die heutige Bedeutung sowie die ökologischen und technischen Maßnahmen rund um diesen Standort kennenzulernen. 

Während der Exkursion, die von Herrn List fachkundig geleitet wurde, wurde unsere Klasse in mehrere Gruppen aufgeteilt, die jeweils verschiedene Fragestellungen rund um den Schlackenberg bearbeitet haben. Dazu gehörten unter anderem: Wann und warum entstand der Schlackenberg? Aus welchen Stoffen besteht er? Warum war eine Sanierung notwendig? Und wie konnte sich ein Ort mit industrieller Vergangenheit zu einem ökologisch wertvollen Biotop entwickeln. Meine Gruppe untersuchte die Fragestellung, wie sich der Schlackenberg von einer Müllhalde in einen naturnahen Lebensraum transformieren konnte. 

Referent Informiert Klasse über den Schlackenberg
 
Referent Informiert Klasse über den Schlackenberg
 

Entstehung und Gefährdungspotential 

Der Schlackenberg in Sulzbach-Rosenberg entstand durch die jahrzehntelange Ablagerung industrieller Rückstände aus dem Betrieb der Maxhütte, einem früheren Eisen- und Stahlwerk. Er besteht aus einer Mischung unterschiedlichster Reststoffe, darunter Hochofen- und Stahlwerkschlacke, weitere eisenhaltige Rückstände, Filterstäube, Aschen, ölhaltige Schlämme und andere industrielle Abfälle. Diese Stoffe enthalten zum Teil gefährliche Schadstoffe wie Schwermetalle und chemische Verbindungen, die eine Belastung für Umwelt und Grundwasser darstellen können. 

Hochofen- und Stahlwerkschlacke
 
Anschauungsglas mit industriellem Abfall
 

Sanierungsmaßnahmen

Um diese Gefährdung einzudämmen, wurde der Schlackenberg in den 1990er-Jahren technisch gesichert. Eine langlebige Schutzfolie verhindert seither das Eindringen von Regenwasser in den Abfallkörper und somit von Schadstoffen in den Untergrund. Darauf wurde eine Erdschicht aufgetragen und bepflanzt, wodurch eine stabile und begrünte Oberfläche entstand. So wurde die Schadstofffreisetzung unterbunden und gleichzeitig die Grundlage für eine natürliche Entwicklung geschaffen. 

Sichtbare Stellen der Schutzfolie am Schlackenberg
 

Ökologische und technische Entwicklung 

Die Begrünung ermöglichte die Ansiedlung erster Pflanzen wie zum Beispiel verschiedener Gräser, Kräuter und Klee. Dies trug ebenso zur Stabilisierung des Bodens bei. Mit der Zeit siedelten sich durch natürliche Prozesse wie Samenflug weitere Pflanzenarten an, wodurch ein artenreicher Bewuchs entstand. Auch Tiere wie Insekten oder Reptilien fanden Rückzugsräume, sodass sich ein vielfältiger Lebensraum mit Biotop-Charakter bildete. 

Trotz der gelungenen Umgestaltung ist der Schlackenberg eine Deponie und somit weiterhin ein überwachungsbedürftiges Bauwerk mit zu unterhaltenden technischen Anlagen auf ihrem Gelände. Besonders aus zwei der den ehemaligen fünf Schlammteiche<s>n</s> muss regelmäßig Öl abgepumpt werden – ein aufwändiger und kostspieliger Prozess, der auch heute noch notwendig ist, um die Umwelt zu schützen. 

Der Schlackenberg zeigt eindrucksvoll, wie technische Sanierung und naturnahe Entwicklung kombiniert werden können. Aus einer industriellen Altlast wurde ein ökologisch wertvolles Gebiet, das heute nicht nur der Natur, sondern auch den Menschen als Erholungsraum dient.

Gebäude Infozentrum am Schlackenberg
 

Fazit

Für uns als angehende Maschinenbautechniker war die Exkursion besonders interessant, da sie nicht nur die ökologischen Aspekte der Altlastensanierung beleuchtete, sondern auch technische Lösungen zur Sicherung und Umgestaltung industriell belasteter Flächen aufzeigte. Der Schlackenberg ist ein gelungenes Beispiel für die Verbindung von Umweltschutz, Technik und gesellschaftlicher Nutzung.

Luftbild von Sulzbach-Rosenberg mit Gebäude der Maxhütte
 

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